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Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleichstabelle

 

  Sonstige Informationen
  Direktversicherung - Vor-und-Nachteile
     
  „Berufsunfähigkeits-Versicherung schon ab 11,95 € im Monat!“ - Wie ist das möglich? Wie ist so ein Angebot zu verstehen?  
 

Im Prinzip genauso, wie wenn an einem Kleiderständer steht: „ab 5,99 €“. Da hängt dann ein Stück zu diesem Preis und das können Sie nicht kaufen, denn · die Größe passt nicht (die BUV ist für einen 20-jährigen berechnet und die Versicherungsdauer geht nur bis zum Endalter 60; Sie sind aber leider schon älter und eine BU-Rentenzahlungsdauer bis Endalter 60 ist auch zu knapp bemessen für Sie);

· der Schnitt passt nicht (die BUV ist mit der günstigsten Berufsgruppe A berechnet, Sie werden aufgrund Ihrer derzeitigen Tätigkeit aber der Berufsgruppe B zugeordnet, wodurch sich viel höhere Beiträge ergeben);


· das ganze Kleidungsstück ist einfach zu knapp (die BUV ist bei einer Laufzeit von 40 Jahren für eine monatliche BU-Rente von 500.- € berechnet und das auch noch ohne dynamische Erhöhung);


· die Farbe stimmt nicht (die BUV ist für einen 20-jährigen, ganz gesunden jungen Menschen berechnet; Sie haben jedoch schon einen Bandscheibenvorfall hinter sich, weshalb Ihnen der Rücken nicht mehr mitversichert wird);

Wenn Sie nun ein Angebot anfordern, das für Ihre Bedürfnisse passt, dann ergeben sich ganz andere Beiträge. Denn folgende Punkte sind unbedingt zu beachten:

  1. Im BU-Fall erhalten Sie im Regelfall maximal bis zum Ende der Versicherungsdauer die vereinbarte BU-Rente. (Es gibt auch Tarife, die eine lebenslange Zahlung garantieren, hier werden die Beiträge dann aber schon ganz schön knackig hoch.) Wählen Sie daher eine Versicherungsdauer bis zu einem Alter, in dem Sie bei Einstellung der Zahlungen der BU-Rente auf eine andere Finanzquelle, z.B. die private Altersvorsorge, zugreifen können. Endalter 60 ist dabei in vielen Fällen etwas knapp, da das Versicherungsjahr nicht zum Geburtstag endet. Ein am z.B. 01. Februar begonnenes Versicherungsjahr endet entsprechend Ende Januar. Wenn Sie dann erst im November Geburtstag haben und da dann mit 60 auf die gesetzliche Rente zugreifen möchten, entsteht ggf. noch eine nicht unerhebliche Lücke. Besser ist es daher, sich bis zum Endalter 61 abzusichern. Tipp: Einige Tarife bieten eine zum Geburtstag monatsgenauer Abrechnung an. Das ist dann etwas günstiger, als bis zum Endalter 61 berechnet. (Macht z.B. der Volkswohl Bund.) Auf alle Fälle niemals eine Versicherung abschließen, mit zu kurzer Laufzeit. Das ist zwar erst mal billig, doch die Laufzeit könne Sie später nicht mehr einfach verlängern!
  2. Achten Sie darauf, dass Sie Ihre derzeitige berufliche Tätigkeit versichern. Sie sind z.B. Architektin, aber momentan als Hilfskraft in der Administration tätig – dann können Sie sich nicht als Architektin versichern. Oder: Sie arbeiten als Sekretärin, haben aber keine kaufmännische Ausbildung gemacht – dann kann sein, dass Sie nicht als Sekretärin versichert werden, da Sie keinen entsprechenden Berufsabschluss mitbringen. Wichtig ist auf alle Fälle: Versichern Sie sich so jung wie möglich, auch wenn Ihre derzeitige Tätigkeit nicht dem entspricht, was Sie gerne versichert wissen möchten. Sie können später immer noch mit erneuter Gesundheitsprüfung einen anderen Beruf versichern. Sollte Sich jedoch in der Zwischenzeit eine Erkrankung einstellen, werden Sie sehr froh sein, den bereits abgeschlossenen Versicherungsschutz zu haben.
  3. Sollten Sie beim Staat Erwerbsminderungsrente beantragen und erhalten, dann reicht diese in der Regel nicht aus. Es ist dann wichtig, die entstandene Lücke mit einer BUV abgesichert zu haben. Fragen Sie also bei der Bundesanstalt nach, wie viel Sie erhalten würden und überlegen Sie dann, wie hoch Sie sich noch absichern möchten. Zu bedenken ist jedoch – Erwerbsminderungsrente wird nur im extremen Fällen bezahlt. Es kann also durchaus sein, dass Sie berufsunfähig werden und keine Erwerbsminderungsrente erhalten. Daher gilt: Die o.g. Lücke sollte das Minimum sein, das Sie versichern.
    Ganz wichtig in diesem Zusammenhang: Sie haben derzeit nicht das Geld, um sich so hoch zu versichern – dann versichern Sie sich in der Höhe, wie Sie es sich derzeit leisten können. Wählen Sie einen Tarif, den Sie später noch ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen können. Ist dies nicht möglich, dann wählen Sie einen Tarif, der die Wahl einer hohen Dynamik erlaubt. Versichern Sie sich auf alle Fälle zu einem Zeitpunkt, zu dem Sie noch ganz gesund sind. Sobald irgendwelche Krankheiten, Unfälle oder Beschwerden auftreten (evtl. auch unschuldig – z.B ein Schleudertrauma, weil Ihnen hinten jemand ins Auto gefahren ist) sind Sie meist nur noch eingeschränkt, vielleicht sogar gar nicht mehr versicherbar. Es gibt übrigens auch schon für Studierende sehr interessante Möglichkeiten der BU-Absicherung!

Noch ein weiterer Tipp:
Die gewählte Versicherung verlang aufgrund einer monatlichen BU-Rente von über 1500.- Euro zusätzliche Untersuchungen zur Antragsprüfung. Sie befürchten jedoch, dass sich aufgrund dessen nur noch einen eingeschränkter Versicherungsschutz erhalten werden:
Die Untersuchungsgrenzen variieren von Versicherer zu Versicherer. Ggf. ermöglicht ein vergleichbarer Anbieter bei dieser BU-Rentenhöhe eine Antragsprüfung ausschließlich mit der Beantwortung der Antragsfragen. Fragen Sie daher nach den Untersuchungsgrenzen!


Versichern Sie sich so jung wie möglich, versichern Sie sich, solange Sie gesund sind! Schließen Sie lieber erst mal eine geringere BU-Rente (auf keinen Fall eine geringere Laufzeit) ab, es gibt tarifliche Möglichkeiten, über die Jahre dann ohne eine neue Antragsstellung zur gewünschten Absicherung zu gelangen! „Größe“ und „Schnitt“ müssen von Anfang an stimmen. Auch die Farbe sollte passen. Und so lange Sie gesund bleiben, können Sie ja zu einem späteren Zeitpunkt immer noch eine weitere BUV abschließen!

 

 

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